· Bereitschafts-News

Deeskalation & Eigenschutz im Arbeitsalltag

Beim DRK Ortsverein Neubeckum referierte Marcel Frers, wie Konfliktsituationen wirksam entschärft werden können.

Es sollte ein alltäglicher Einsatz werden. Ein Rettungsteam wurde zu einem Mann auf einer Parkbank gerufen – nicht ansprechbar, vermutlich alkoholisiert. Als das Team den Mann versorgen wollte, wurde dieser aggressiv und schlug dann sogar um sich. Der Schlag traf – eine Einsatzkraft wurde verletzt.
Der körperliche Schaden verheilte, doch die psychischen Nachwirkungen zeigten sich erst mit der Zeit: Unwohlsein, Herzrasen, Angst im Einsatz. Was folgte: ein monatelanger Dienstausfall.
Diese Geschichte ist kein Einzelfall. Sie steht stellvertretend für eine Realität, mit der Einsatzkräfte im Rettungsdienst und Beschäftigte in Sozial-, Gesundheits- und öffentlichen Berufen täglich konfrontiert sein können.


Vortrag mit 25 Teilnehmenden
Genau dieses Thema stand im Mittelpunkt eines Dienstabends beim Deutschen Roten Kreuz, Ortsverein Neubeckum. 25 Einsatzkräfte und Interessierte nahmen an einem Vortrag des Wirtschaftspsychologen und Experten für Deeskalation und Eigenschutz Marcel Frers aus Oelde teil.
„Wir wollten bewusst einen Abend mit praxisnahen Beispielen und konkreten Methoden veranstalten, die uns vorbereiten und wirklich helfen können, wenn es ernst wird“, so Kevin Gegusch, Rotkreuzleiter des Ortsvereines. Im Zentrum standen die Fragen: Warum eskalieren Situationen überhaupt? Welche Verhaltensweisen helfen, verbale und körperliche Konflikte zu entschärfen? Und ab welchem Punkt ist Eigenschutz das Gebot der Stunde?


Zahlen, die aufhorchen lassen
Die Relevanz des Themas belegen Studien deutlich: Laut einer Erhebung des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) und des Umfragezentrums Bonn (uzbonn) aus dem Jahr 2020 werden 67 Prozent der Beschäftigten im öffentlichen und privatisierten Sektor Opfer verbaler oder körperlicher Gewalt – dennoch fehlt es häufig an systematischer Vorbereitung.


Erfahrener Referent mit regionaler Verankerung
Marcel Frers ist kein Unbekannter in der Region. Er hat bereits für die Feuerwehren Oelde und Herzebrock-Clarholz, die DRK Rettungsschule Warendorf sowie das Studieninstitut Westfalen-Lippe im Bereich Ordnungsamt referiert.
„Organisationen, die mit mir zusammenarbeiten, liegt die Gesundheit und Sicherheit ihrer Mitarbeiter am Herzen", so Frers. Sein Anspruch: nicht nur abstraktes Wissen vermitteln, sondern Selbstvertrauen und praxistaugliches Handwerkszeug.
Für den DRK Ortsverein Neubeckum war der Abend ein klares Signal: Wer Menschen schützt, muss auch selbst geschützt werden – durch Wissen, Vorbereitung und die Fähigkeit, im Ernstfall souverän und besonnen zu handeln.